Geschichte des Goldkartells
und des Coburger Convents
Nach
dem Frankfurter Wachensturm wurden die Burschenschaften verboten und viele von
ihnen zur Todesstrafe oder langjähriger Haft verurteilt. Dadurch herrschten
hauptsächlich die Corps an den deutschen Universitäten. Im Jahre 1840 lockerte
sich der Zwang der Behörden und machte damit Raum für neue studentische
Strömungen. Da durch die Alleinherrschaft der Corps alle Nichtcorpsstudenten
geächtet wurden, entstanden sehr viele verschiedene Verbindungsformen, um
Ausgleich gegenüber denselben zu schaffen. In dieser Zeit entstanden auch die
neuen Landsmannschaften, die durch ihren Artnamen bekundeten, daß sie an die
Ideen der alten Landsmannschaften anknüpfen wollten. Diese neue gemäßigte Form
der Studentenverbindung forderte die Anerkennung und Gleichberechtigung aller
honorigen Studenten, sowie Einschränkung der Mensuren aus nichtigen Anlässen
durch Einführung von Ehrengerichten und Einschränkung der Verrufe.
Als Grundlage des Coburger Conventes CC sind hauptsächlich die Kartelle zu
nennen. Als ein Kartell bezeichnete man eine sehr enge freundschaftliche
Beziehung zwischen zwei Verbindungen. Das wichtigste und für den CC und das
Goldkartell grundlegendste Kartell stellte damals die Beziehung Teutonia Bonn
und Teutonia Halle dar.
Durch den Krieg Preußen - Österreich 1866 entstand eine Nord-Süd Spannung,
die sich auch auf die Verbindungen ausdehnte. Um diese Spannungen zu überwinden
versuchte Ghibellinia Tübingen auf Anregungen von Eugen Gantter (Ghibellinia
Tübingen et Teutonia Bonn) und Rittler (Teutonia Halle, war Verkehrsgast in
Tübingen) freundschaftliche Beziehungen zu nördlich gelegenen Bünden
aufzunehmen. Erster Kontakt entstand mit der Landsmannschaft Verdensia
Göttingen. Zeitgleich wurden auch Briefe an Teutonia Halle und Teutonia Bonn
versandt.
Am 1. März 1868 trafen sich dann in Kassel Vertreter von Ghibellinia
Tübingen, Verdensia Göttingen, Teutonia Bonn, Teutonia Halle und Makaria
Würzburg zu Vorbesprechungen, so daß am 2. Juni (Pfingsten) in Zwingenberg von
den genannten Bünden ein Verband mit dem Namen ”Allgemeiner deutscher
Landsmannschafter - Convent” gegründet werden konnte. Nachdem der Verband
jährlich in den verschiedenen Orten der Bünde tagte, wird ab 1873 Coburg
ständiger Tagungsort und nimmt deshalb den Namen ”Coburger Landsmannschafter
Convent” an.
Im Jahre 1876 zählt der Verband bereits 15 Landsmannschaften. Durch
darauffolgende Zwistigkeiten tritt Ghibellinia Tübingen kurz darauf aus dem
Verband aus. Viele befreundete Landsmannschaften folgen, so daß sich der Verband
im Jahre 1877 auflöst. Nach Beilegung der Zwistigkeiten wird der Verband im
Jahre 1882 wiedereröffnet. Zugleich bildet sich aus Ghibellinia, Budissa,
Makaria und Pomerania ein ”Verband alter Landsmannschaften”, das ”Goldene
Kartell”. Schon vor dieser Zeit bestehen Kartelle mit verschiedenen Mitgliedern,
die als Vorgänger des Goldenen Kartells bezeichnet werden können, allerdings
tritt zum oben genannten Zeitpunkt zum ersten Mal der Name Goldenes Kartell auf.
Jedoch führten interne Verbandsschwierigkeiten im Jahre 1898 erneut zu einer
großen Austrittswelle. Auch Ghibellinia tritt aus dem Verband aus. Mit anderen
Landsmannschaften gründet man den ”Arnstädter L.C.”. In diesem A.L.C. bestand
das Goldkartell aus Ghibellinia Tübingen, Pomerania Halle und Palaio-Silesia
Berlin, welche seitdem bis zum heutigen Tage ein sehr enges freundschaftliches
Band verbindet. Beide Verbände existieren bis 1906 nebeneinander. Durch
die Vermittlung von Eugen Gantter (der als Ghibelline den Austritt aus dem
Coburger L.C. nicht mitmachte) werden jedoch dann beide Verbände wieder
zusammengefaßt. Der Verband nimmt nun den Namen ”Deutsche Landsmannschaft DL”
an.
Die DL erfreut sich in den folgenden Jahren eines sehr großen Zulaufes und
besteht weiter bis zur Zeit des Nationalsozialismus. In dieser schwierigen Zeit
wird der Verband aufgelöst und verboten. Die Studenten sollen in einem zentralen
NS Verband ihre Heimat finden. Viele Verbindungen der DL machen diesen Schritt
nicht mit und vertagen sich.
Nach dem 2. Weltkrieg wird dann 1951 aus der DL und dem VC der heute
bestehende Coburger Convent CC gegründet.
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