Landsmannschaft im CC
Pomerania Halle-Aachen
Akademische Landsmannschaft gegr. 1792
Präsidierende im CC 1960/1961 u. 2010/2011
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Wie man aus einem veralteten Korporationshaus neue funktionsgerechte Räume macht

PommernhausAm 24. November 1997 fiel der erste Stein dem Abbruchhammer zum Opfer. 6 Monate später konnte ein grundlegend verändertes und modernisiertes Pommernhaus wieder seiner Zweckbestimmung übergeben werden. Vorausgegangen waren 3 Jahre der Bestandsaufnahme, Konzept und Entscheidungsfindung innerhalb der Altherrenschaft sowie Planung, Genehmigung und Ausschreibung durch ein eigens hierfür gebildetes Team.

Das Pommernhaus war 1961 erbaut worden und wurde seither ununterbrochen intensivst genutzt. Sowohl hinsichtlich der Bausubstanz als auch hinsichtlich des Zuschnitts wurden seinerzeit sparsamste Maßstäbe angelegt. In dem 4stöckigen Gebäude waren neben den Gemeinschaftsräumen Kneipkeller, Foyer, Aufenthalts/Sitzungsraum, Hausmeisterwohnung, je eine Toilette pro Etage, eine Besucher/Damentoilette und ein Gemeinschaftsduschraum für das ganze Haus sowie dem Paukboden und 10 Studenteneinzelzimmer von je 8 bis 10 qm Nutzfläche eingerichtet. Von kleineren Instandhaltungs- oder Einrichtungsmaßnahmen abgesehen, wurde das Gebäude in 37 Jahren als Studentenwohnheim mit Korporationsbetrieb nie wesentlich verändert oder erneuert.

Es war klar, dass neben dem materiellen Verschleiß auch viel an Attraktivität verloren gegangen war. Mit derart spartanisch ausgestatteten Zimmern, ohne Warmwasseranschluss, ohne Schalldämmung, ohne eigene Toilette ist eine Vermietung kaum noch möglich, zumal der Wohnungsmarkt in den letzten Jahren eher von Überangebot an vergleichsweise attraktiverem Wohnraum auch im Studentensektor gekennzeichnet ist. Neben einem Umbau standen auch die Varianten Verkauf und Neubau sowie Verkauf und Kauf plus Umbau/Renovierung eines anderen Hauses zur Debatte. Sie wurden jedoch aus Kostengründen verworfen. Mit dem dann entschiedenen Institut Umbau konnte außerdem der u. E. ideale Standort in unmittelbarer Nähe der Hochschule und des Stadtzentrums gewahrt bleiben.

Mit der Planung, Statik und Bauüberwachung wurde das Architekturbüro Schaefer in Aachen beauftragt. Die Modernisierung erforderte eine neue Fassadengestaltung und eine Grundrissänderung vom Erdgeschoss bis zum Dachgeschoss (vgl. Abbildungen).

In die vorhandene Dachkonstruktion - Kehlbalkendach - wurde der Einbau einer Dachgaube mit Hilfe einer kombinierten Stahl-Holz-Pfette realisiert. In kombinierter Stahl-Stahlbeton-Bauweise wurde der Erker des 2. und 3. Obergeschosses konstruiert, gleichzeitig nutzbar als Balkon für die Dachgaube. Die Ausfachungen in der Fassade wurden mit Porenbetonblocksteinen mit Wärmedämmverbundsystem ausgeführt.

Die Beschichtung der Fassade wurde reinigungsfreundlich gewählt; Beschmierungen können leicht entfernt werden. Bei der Grundriß-Neugestaltung wurde darauf geachtet, dass nur nichttragende Bauteile abgebrochen werden mussten.

Der für den einzelnen Raum bewusst grosszüge Zuschnitt wurde bautechnisch mit Ständerwänden im Treppenhaus und Trennwänden zwischen den Appartements hergestellt.

Dabei wurden auch die heutigen Anforderungen an den Brand- und den Schallschutz (F 90 bzw. Luftschalldämm-Maß 52 dB) implementiert. Die Bauaufsichtsbehörde verlangte außerdem den Einbau einer Rauch-Wärme-Abzugseinrichtung für das Treppenhaus. Zu den uns wichtigsten Neuerungen gehörte die Integration einer jeweils eigenen Nassraumeinheit mit moderner und qualitativ hochwertiger Dusch- und WC-Ausstattung je Appartement. Gleichermaßen modernisiert und ergänzt wurden die zusätzlichen Etagentoiletten, die von Gästen und Besuchern benutzt werden. Sämtliche Appartements und die Gemeinschaftsräume oberhalb des Kellergeschosses erhielten eine neue Möblierung bzw. Wand- und Bodenbekleidung (Laminatboden) und nicht zuletzt neue Beleuchtungskörper.

ZeichnungenNeben den bausubstantiellen, ergonomischen und sicherheitstechnischen Errungenschaften glauben wir, mit der vorgenommenen Gestaltung eine optimale Ausschöpfung der begrenzten räumlichen Möglichkeiten im Hinblick auf die Anforderungen, die aus der Doppelfunktionalität des Hauses, nämlich Studentenwohnheim und Korporationshaus in einem zu sein, erreicht zu haben. Raumgröße, Helligkeit, Schallschutz, individuelle Sanitärmöglichkeit und -modernität bieten die Voraussetzungen für ein physiologisch wie psychologisch sehr gutes Wohnempfinden sowohl in den Individual- wie in den Gemeinschaftsräumen.

Gerade unter den heutigen Studienbedingungen erscheint dies trotz der damit notwendigerweise einhergegangenen Reduzierung der Zahl der Wohnplätze von 10 auf 6 nicht nur gerechtfertigt, sondern geradezu geboten. Die ab dem Wintersemester 98 seit Jahren erstmals wieder eingetretene Vollbelegung der Zimmer scheint die mit dem gewählten Konzept verbundenen Hoffnungen zu erfüllen.

Die Miete ist gleichwohl für die Studenten bezahlbar gehalten worden. Auf den Quadratmeter bezogen wurde der mittlere Mietzins trotz der radikalen technischen Inwertsetzung nur mäßig angehoben. Dies ist natürlich wie vorher nur durch die massive Förderung über AHV plus Förderverein möglich, wurde aber auch durch eine intensive organisatorische Begleitung der Maßnahme durch eine engagierte Gruppe Alter Herren während der Planung und des Baus sowie durch ein hohes Maß an Baueigenleistungen zupackender Aktiver und Mitbewohner über dadurch eingesparte Baukosten begünstigt.

Rückblickend kann gesagt werden, dass die Entscheidung zum Umbau richtig war. Wie ein bekanntes Sprichwort sagt, wohnt nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist.

Dies lässt sich zweifelsohne auf ein Verbindungshaus übertragen. Jedenfalls ist für die nächsten Jahrzehnte wieder die Chance gegeben, das Bundesleben der Pommern an ihrem Hochschulort mit dem gewohnten Erfolg fortzusetzen und damit die Traditionen auch des CC durch den einzigen CC-Bund am Ort langfristig zu fortzupflegen und Flagge zu zeigen.

M. R. Z!
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